Komm, lass uns ein Fest feiern

Bräuche, Symbole und Traditionen

Rund um die kirchliche Trauung haben sich viele Bräuche entwickelt. In den verschiedenen Regionen unseres Bistums gibt es sogar unterschiedliche Traditionen. Bräuche helfen, Wendepunkte im Leben zu gestalten. Sie geben Orientierung, ermöglichen ein Zugehörigkeitsgefühl und lassen – hier das Brautpaar – in einer Tradition stehen. Wichtig ist es, sich mit diesen Bräuchen auseinander zu setzen, ihre Symbolkraft zu verstehen und zu entscheiden, ob es ein Brauch ist, der auch im eigenen Leben einen Platz bekommen soll.

Verlobung
Bei der Verlobung kann nicht im eigentlichen Sinn von einem Brauch gesprochen werden. Sie ist ein Ritus, der die Vorstufe zur Eheschließung ist, durch die Mann und Frau vor der Familie und den Freunden bekunden, dass sie die feste Absicht haben, miteinander eine Ehe einzugehen. Die Verlobung kann als liturgische Feier stattfinden.

Polterabend
Am Polterabend sollten ursprünglich durch das Klirren von Scherben böse Geister vertrieben werden, doch ist heute dieser Abend zu einem fröhlichen Fest geworden, das zusammen mit Freunden und Bekannten gefeiert wird, bei dem Freunde auf lustige Weise Ereignisse aus dem bisherigen Leben des Paares darstellen.

Kranz
Die Nachbarn des Brautpaares können einen Kranz um die "Hochzeitstür" hängen, um so einen Abschieds- bzw. Willkommensgruß auszusprechen.

© Kerstin Bücker

Brautstrauß
Bekannt ist, dass der Brautstrauß seit der Renaissance vom Bräutigam überreicht wird. Damals waren die Brautsträuße reine Duftsträuße, die die mangelnde Körperpflege vertuschen sollten. Während der Trauungsfeier herrschte in der Kirche dichtes Gedränge und "dicke Luft". Die Braut konnte durch das Riechen am Brautstrauß einen Ohnmachtsanfall verhindern.

© Fotolia - Daniela Eva Schneider

Blumenkinder
Die Blumenkinder und die ausgestreuten Blumen symbolisieren Kindersegen, der dem Brautpaar gewünscht wird.

Brautschleier
Der Brautschleier war Symbol für die Jungfräulichkeit. Früher war er einziger Bestandteil der Hochzeitsgarderobe der Braut. Der Brautschleier wurde um Mitternacht abgenommen, da die Braut nun zur Ehefrau wurde.

© Kerstin Bücker

Weißes Brautkleid
Das Brautkleid war schon immer ein festliches Kleid. In früheren Jahrhunderten sogar oft das Einzige, das dann viele Jahre weiter getragen wurde. Mit einer weißen Stola geschmückt, wurde aus dem festlichen Kleid das Brautkleid. Erst etwa mit Beginn des 20. Jahrhunderts kamen weiße Kleider als Hochzeitskleider auf. Die Farbe Weiß erinnert an das weiße Kleid, das den Getauften gleich nach der Taufe angezogen oder übergelegt wird. Das weiße Kleid ist ein Zeichen des Lebens unter dem Segen Gottes.

Something old, something new, something borrowed, something blue ...
Die Tradition, dass es der Braut Glück bringt, wenn sie am Hochzeitstag etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei sich trägt, sich damit schmückt oder kleidet, stammt aus England bzw. aus Amerika und wird auch in Deutschland von vielen Bräuten praktiziert:

  • Etwas Altes (zum Beispiel ein Erbstück) steht für die Verbindung zur Familie und zum "alten Leben" der Braut.
  • Etwas Neues (zum Beispiel der Ehering) steht für das neue (Ehe-) Leben.
  • Etwas Geliehenes (zum Beispiel ein Schmuckstück) steht für Freundschaft und soll Glück in der Ehe bringen.
  • Etwas Blaues (oft wird ein blaues Strumpfband genommen) dient als Zeichen der Treue.
© Tanja Schröder

Hochzeitskerze – Taufkerze
Bei der Taufe wird für jedes getaufte Kind die Taufkerze an der Osterkerze angezündet – ein Symbol für das Licht Gottes, das dem Getauften für das neue Leben als Christ verheißen ist. Daher wird die Taufkerze immer wieder, besonders an den wichtigen Lebensstationen – bei Erstkommunion und Firmung – angezündet. Bei der Feier der Hochzeit können die Taufkerzen beider Brautleute mit zur Kirche gebracht werden, um im Gottesdienst an die Taufe zu erinnern.

Eine brennende Kerze ist ein Symbol für die Liebe: Sie leuchtet, sie verzehrt sich für das Licht, sie schenkt Licht und Wärme. Wenn Sie Ihre Taufkerzen, die als Hochzeitskerzen bei der Trauung gebrannt haben, am Hochzeitstag entzünden, werden Sie an das Licht Gottes erinnert, das Ihnen für Ihren gemeinsamen Lebensweg verheißen ist.

Gemeinsame Aufgabe
Nach der Eheschließung kann das Brautpaar eine ihm gestellte Aufgabe (zum Beispiel Sägen eines Baumes) erfüllen. Durch die gemeinsam durchgeführte Handlung wird deutlich, dass der gemeinsame Lebensweg nur bei beiderseitiger Anstrengung gelingen kann und Aufgaben, Hindernisse gemeinsam überwunden werden sollen.

Brotmahlzeit
Freunde können in den frühen Morgenstunden den Neuvermählten die erste Brotmahlzeit bereiten, um auf diese Weise ihre Begleitung und Unterstützung auf dem Lebensweg des Brautpaares, der Kraft erfordert, auszudrücken.

Hochzeitsalbum
Die Gäste können ihre Wünsche für die Neuvermählten in ein Hochzeitsalbum eintragen, in das auch die Glückwunschkarten aufgenommen werden. Auch eine Hochzeitscollage kann erstellt werden, auf der Fotos, Urkunden, die Speisekarte ihren Platz finden. Mit dem Erstellen einer Hochzeits-Zeitung wird nicht nur das wichtige Ereignis der eigenen Eheschließung (eigenen Bericht verfassen) festgehalten, sondern auch die Tagesereignisse des Hochzeitstages finden darin Platz.

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Eva Polednitschek-Kowallick
Bischöfliches Generalvikariat
Referat Ehe- und Familienseelsorge
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Telefax: 0251 495-565
E-Mail: familien@bistum-muenster.de

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