Alles ist möglich - Die Situation junger Paare

© Firma - V_Fotolia

Ihre Entscheidung steht: Sie werden kirchlich heiraten! Jetzt geht es Ihnen darum, die kirchliche Trauung gut vorzubereiten. Auf dieser Seite finden Sie dazu viele hilfreiche Informationen.

Vielleicht sind Sie aber noch unsicher oder nicht ganz entschieden. Sie wägen die Gründe für und gegen eine kirchliche Hochzeit ab. Vielleicht wünscht sich nur einer der Partner eine kirchliche Hochzeit. Vielleicht gehören Sie und Ihr Partner unterschiedlichen christlichen Konfessionen an, vielleicht sogar unterschiedlichen Religionen, oder nur einer der Partner hat ein intensiveres Verhältnis zum Gauben und zu irgendeiner Religion. Dann könnte es sich für Sie ebenfalls lohnen, weiterzulesen. Vielleicht sehen Sie anschließend klarer, dass Sie mit all Ihren vielleicht weiterhin ungeklärten Fragen und Unsicherheiten willkommen sind, "sich zu trauen" und dafür Gottes Segen zu empfangen.

"Eigentlich braucht man heute keinen Bund für das Leben mehr und schon gar
keine kirchliche Trauung!" – Richtig, es gibt keine Notwendigkeit, keinen gesellschaftlichen Druck und keine Nachteile, wenn Sie nicht (kirchlich) heiraten. Die Vielfalt, wie Menschen heute zusammenleben, ist groß. Die Ehe wird mehr und mehr zu einer sehr individuellen Entscheidung und die kirchliche Trauung zu einem besonderen Bekenntnis. Vielleicht wohnen Sie schon eine Zeit lang zusammen, leben den Alltag gemeinsam, haben Ihren gemeinsamen Freundeskreis und fühlen sich schon lange als ein Paar, das sein Leben zusammen gestalten will. Eine Hochzeit könnte Ihre Beziehung feiern und bestätigen.

Vielleicht denken Sie aber auch, dass Ihre Beziehung Privatsache ist und Sie für den Segen Gottes die kirchliche Trauung nicht brauchen. "Erst mit der kirchlichen Hochzeit war ich richtig verheiratet", sagen viele Paare und meinen damit, dass das Ja-Wort auf dem Standesamt für sie nicht so große Bedeutung hatte, sondern für sie erst mit der kirchlichen Trauung ein verbindliches lebenslanges Versprechen gegeben wurde.

Vielleicht wünscht sich nur Ihr Partner, Ihre Partnerin eine Trauung vor dem Altar, und Sie machen dies "als Zeichen der Liebe" zum Partner, zur Partnerin mit. Oder die Festlichkeit und die Aufmerksamkeit, die die Kirche diesem Ja-Wort schenkt, hat Sie angesprochen, und Sie fühlen sich und Ihre Entscheidung darin gewürdigt. Beides sind wichtige Gründe, sich für eine kirchliche Trauung zu entscheiden. Denn eine
kirchliche Hochzeit stellt Ihre persönliche Lebensentscheidung in den Mittelpunkt und gleichzeitig in einen größeren Rahmen. Sie werden nicht allein gelassen, sondern können darauf hoffen, dass Gott sich als Ihr Wegbegleiter zeigt und die Gemeinschaft der Christen mit Ihnen geht.

Eine kirchliche Trauung ist keine Versicherung für eine lebenslange Beziehung. Sicherlich kennen Sie in Ihrem Umfeld auch kirchlich geschlossene Ehen, die gescheitert sind. In einer Zeit, in der vor allem Flexibilität und Mobilität erwartet werden und eine längerfristige Lebensplanung erschwert ist, wirkt das Versprechen, ein Leben lang in einer Partnerschaft zu leben und sich treu zu sein, beinahe anachronistisch. Trotzdem denken Sie darüber nach, zu heiraten, das Abenteuer Ehe zu wagen, sich gegenseitig lebenslange Treue, Verlässlichkeit und Beständigkeit zuzusagen und für dieses Versprechen um Gottes Segen zu bitten.

Wunsch nach Gelingen
Der Wunsch, dass ihre Ehe gelingt, dass sie sich ein Leben lang lieben, treu sind und Erfüllung finden, steht für viele Paare an erster Stelle. Aber es gibt keine Garantie für das Glück. Partnerschaften unterliegen einem ständigen Wandel und Herausforderungen. Die Beziehung muss immer wieder neu verhandelt und ausgehandelt werden. Ehe ist nicht, sondern Ehe wird – tagtäglich.
Auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg haben Sie bestimmt schon erfahren, dass nicht alles machbar und planbar ist, dass nicht alle Erwartungen erfüllt werden und nicht alles gelingt. Menschen, die an Gott glauben, können ihre unerfüllten Erwartungen und Schwierigkeiten Gott hinhalten. Sie finden Entlastung und Kraft, sich neuen Wegen zu öffnen. Darauf dürfen auch Sie vertrauen. Wenn Sie vor den Altar treten, beziehen Sie Gott in Ihre Beziehung mit all ihren Unsicherheiten ein.

Entscheidung treffen
Dieser Wandel, Prozess oder Fluss einer Beziehung kann durch ein entschiedenes "Ja" gut getragen werden – so hoffen viele Paare. Durch diese innere Entscheidung bekommt die Beziehung Verbindlichkeit und Klarheit. Die damit übernommene Verantwortung für den anderen und das öffentliche Bekenntnis können einen Raum der Freiheit schaffen, einen Raum, in dem die Beziehung nicht immer wieder grundsätzlich in Frage steht. Die innere freie Entscheidung zur gemeinsamen Zukunft und zum anderen ist die Voraussetzung zu ihrer Gestaltung und zu einer tieferen Begegnung zweier Menschen.

Eine Familie gründen
Der wichtigste Grund zu heiraten ist für viele Paare, dass sie sich Kinder wünschen und die Kinder in der Geborgenheit einer Familie aufwachsen lassen wollen. Die kirchliche Trauung ist auch ein erster Schritt der Einbindung in eine Gemeinde. Die Kinder können sich später in der Gemeinschaft einer Gemeinde zuhause fühlen, getauft werden, in den Kindergarten gehen und die Erstkommunion erleben. Die kirchliche Trauung in der Gemeinde signalisiert, dass Sie als Paar dazugehören und darauf hoffen, dass die Gemeinschaft Sie als Paar und als Familie begleitet.

Grenzen überschreiten
In der Liebe werden Grenzen überwunden, um Nähe zu erfahren, um eins zu sein. Aber selbst in diesem tiefen Erleben ist zu spüren, dass wir als Menschen begrenzt sind. Die Liebe, die ich schenken möchte, kann die Sehnsucht nie ganz erfüllen. Die Sehnsucht, die wir spüren, kann die Beziehung sogar überfordern und trotzdem: Die Sehnsucht bleibt.

Der Segen Gottes als Grenzüberschreitung
Die Sehnsucht und die Hoffnung, dass die Ehe gelingt, sind tief verwurzelte menschliche Wünsche. "Wir wollen den Segen Gottes für unsere Ehe", ist die meistgenannte Antwort auf die Frage "Warum kirchlich heiraten?" Sie drückt die tiefe Sehnsucht nach einer Zusage und einer tragenden Dimension über die Zweierbeziehung hinaus aus. Auch da, wo das Leben und die Liebe an Grenzen stoßen, können Menschen, die an Gott glauben, sich von Gott angenommen fühlen und vertrauensvoll auf seinen Halt und seine Begleitung hoffen. Aus dieser Erfahrung kann das "Ja" zueinander die Partnerschaft stärken. "Gott als Dritter im Bunde", als Segensspender, als jemand, der "gut zusagt", kann in die Sehnsucht nach Grenzüberschreitung hineingenommen werden. Das Leben kann im Vertrauen auf die bedingungslose Liebe Gottes gelingen. "Gott als Dritten im Bunde" zu sehen, ist eine Frage des Glaubens, eine Frage der inneren Haltung und Einstellung.

Vielleicht fällt es nicht leicht, diesem Glaubensbekenntnis bedingungslos zuzustimmen oder gar mit dem Partner, der Partnerin darüber zu sprechen. Papst Johannes Paul II. sagte, dass "der Glaube dessen, der von der Kirche eine Trauungsfeier für sich erbittet, verschiedene Grade haben kann". Das bedeutet, dass jeder Mensch Gott auf sehr unterschiedliche Weise als Dritten im Bunde erkennen kann. Gewiss ist aber, dass er da ist und sich als Begleiter anbietet. Vielleicht sind Sie schon von klein auf bewusst oder unbewusst mit Gott auf dem Weg, und die kirchliche Trauung ist ein weiterer Schritt, ihn zu erkennen und ihn zu sich und in Ihre Beziehung einzuladen. Wir wünschen es Ihnen ...; denn alles ist möglich.

Aktuelles

Downloads

 

 

Kontakt

Eva Polednitschek-Kowallick
Bischöfliches Generalvikariat
Referat Ehe- und Familienseelsorge
Rosenstraße 16
48143 Münster
Telefon: 0251 495-468
Telefax: 0251 495-565
E-Mail: familien@bistum-muenster.de

Links

Logo Bistum Münster