Wenn die Liebe stark ist ...

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Trauung zwischen Katholiken und Partnern, die keiner Religion angehören

Wenn Partner sich kennen- und lieben lernen, fragen sie heutzutage in der Regel nicht zuerst nach der religiösen Orientierung des anderen. Was zählt ist die Liebe. Wenn dann die Liebe zu einer Heirat und einer gemeinsamen Zukunft als Paar und als Familie führt, gewinnt die Frage nach der religiösen beziehungsweise konfessionellen Bindung an Bedeutung.

Wir laden Sie ein, diese Frage zu bedenken und bieten Ihnen erste Antworten auf Fragen rund um die kirchliche Trauung zwischen einem Katholiken und einem Partner, der keiner Religion angehört.

Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass beide Partner religiös sind. Bedingt durch den Bedeutungswandel der Zugehörigkeit zu einer Religion und Kirche und begünstigt durch Globalisierung und Grenzöffnungen, finden heute viel mehr Paare als in früheren Jahrzehnten zusammen, bei denen ein Partner keiner Religionsgemeinschaft angehört oder die Partner ihrer "Ursprungsreligion" bei der Eheschließung keine Bedeutung beimessen.

Religiosität und Weltanschauung spielen jedoch in einer Beziehung eine wichtige Rolle. Gemeinsame Wertvorstellungen bilden eine gute Grundlage für ein gelingendes Ehe- und Familienleben. Deshalb ist es wichtig, sich über Einstellungen und Sichtweisen auszutauschen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und schätzen zu lernen.

Katholisch und bekenntnislos als Chance
Dass einer der Partner nicht an Gott glaubt, ist kein hinreichender Grund, ihr oder ihm von vornherein eine grundsätzlich ablehnende Haltung dem Glauben gegenüber zu unterstellen. Viele Menschen sind nicht religiös geprägt, da sie in einer Zeit oder unter Umständen aufgewachsen sind, in der die Taufe und eine religiöse Erziehung der Kinder bereits ihre frühere Selbstverständlichkeit verloren hatten. Oft hat zum Beispiel eine Verunsicherung in Glaubensfragen bei den Eltern eines der Partner dazu geführt, nicht für das Kind entscheiden zu wollen. Damit bleibt das Kind ungetauft und von der Erfahrung, in einer Religionsgemeinschaft aufzuwachsen, unbeeinflusst. Durch die Begegnung und die positiven Gefühle dem gläubigen Partner gegenüber, entsteht unter Umständen ein wachsendes Interesse am Glauben des Partners. Durch Gespräche über die vom Vertrauen auf die Liebe Gottes geprägte Einstellung zum Leben entwickeln sich Auseinandersetzungsmöglichkeiten, in denen die religiösen Hintergründe für das Handeln des katholischen Partners deutlich werden.

Keiner der Partner soll seine weltanschauliche Herkunft verleugnen müssen. Gegenseitiger Respekt, auch Neugierde und Interesse an der Sichtweise und dem (religiösen) Bekenntnis des Partners / der Partnerin machen das Leben und die Liebe spannend.

Für den / die nichtreligiöse / n Partner / in ist es wichtig, um den Glauben des der katholischen Partner / in zu wissen und dessen / deren Glaubensausübung zu respektieren. Dasselbe gilt natürlich umgekehrt. Der / die katholische Partner / in spürt unter Umständen erst bei der Frage nach der Erziehung gemeinsamer Kinder den Wunsch und die innere Verpflichtung, die gemeinsamen Kinder taufen zu lassen und im Glauben zu erziehen. Durch die Auseinandersetzung mit dieser Frage ergeben sich für die Partner Anknüpfungspunkte, sich als Ehe- beziehungsweise Elternpaar mit dem Glauben an Gott und der Zugehörigkeit zu einer religiösen Gemeinschaft auseinander zu setzen.

Wenn diese Auseinandersetzung über die gemeinsame Zukunft bereits vor der Trauung geschieht und das Paar für sich eine gute Lösung gegenseitigen Respektierens findet, stellt sich vielleicht auch die Frage, ob neben einer standesamtlichen Trauung als dem kleinen gemeinsamen Nenner ebenso eine kirchliche Trauung in Frage kommt. Denn selbst wenn einer der Partner ausdrücklich nicht an Gott glaubt, ist er unter Umständen aus Liebe für den gläubigen Partner und aus Respekt vor dessen religiöser Bindung bereit, sich mit der Frage einer kirchlichen Trauung ernsthaft zu beschäftigen.

Die kirchliche Trauung hat gegenüber der Trauung auf dem Standesamt einen eigenen Sinn. Gottes Liebe zu den Menschen wird in der Liebe der Ehepartner zueinander sichtbar. Das Paar darf sich auf die Zusage Gottes verlassen, alle Tage des Lebens – und darüber hinaus – bei ihnen zu sein. Der Segen Gottes wird in der Trauung für die Brautleute erbeten. Er soll sie stützen und tragen an jedem Tag ihres Lebens.

Die katholische Trauungsliturgie sieht die Möglichkeit einer Trauung zwischen einem gläubigen Partner und einem nicht an Gott glaubenden Partner ausdrücklich vor und bietet dafür eine spezielle Form an, die die unterschiedlichen Einstellungen dem Glauben gegenüber berücksichtigt.

Der Weg zur Trauung

Was ist der erste Schritt?
Als erstes ist der Kontakt zu der Wohnortpfarrei des / der katholischen Partners / in zu suchen. Hier wird in einem ausführlichen Gespräch das Ehevorbereitungsprotokoll ausgefüllt. In diesem Zusammenhang wird auch die Bedeutung des katholischen Eheverständnisses erläutert und der/die nichtgläubige Partner/Partnerin auf die Pflichten seines/r katholischen Partners / Partnerin aufmerksam gemacht.

Ist die Heirat in einer katholischen Kirche möglich?
Die Trauung in einer katholischen Kirche ist möglich. Es kann aber auch die
Erlaubnis eingeholt werden, dass nur auf dem Standesamt geheiratet wird. Die standesamtliche Trauung ist dann auch für die katholische Kirche gültig geschlossen. Den Antrag dafür stellt der zuständige katholische Pfarrer.

Welche Form hat die Liturgie?
Wenn die Trauung eines Katholiken / einer Katholikin mit einem/r nichtreligiösen Partner / in in einer liturgischen Feier stattfinden soll, dann geschieht das in der Regel in einem Wortgottesdienst. Dabei wird darauf geachtet, dass die vom nicht glaubenden Partner zu sprechenden Texte so gehalten sind, dass sie den Glauben an Gott nicht voraussetzen.
Es müssen keine Texte gebetet beziehungsweise gesprochen werden, die dem eigenen Gewissen oder der eigenen Überzeugung widersprechen – das katholische Eheverständnis wird durch die gewählten Formulierungen trotzdem gewahrt.

Einladung zur Beratung
Wenn Sie für sich die Frage prüfen wollen, ob eine kirchliche Trauung für Sie in Frage kommt, zögern Sie nicht, sich von einem katholischen Priester Ihrer Wohnortpfarrei oder einem anderen katholischen Priester, den Sie kennen, beraten und genauer informieren zu lassen. Gemeinsam werden Sie herausfinden, ob Sie die weiteren Schritte gehen wollen.

In Anlehnung an:
Bischöfliches Ordinariat Limburg
Dezernat Kinder, Jugend und Familie
Referat Ehe und Familie,
Ehe zwischen Katholiken und Partnern,
die keiner Religion angehören

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Eva Polednitschek-Kowallick
Bischöfliches Generalvikariat
Referat Ehe- und Familienseelsorge
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